Das Fernunterrichtsschutzgesetz definiert diese Art des Lernens (Distance Learning) als ein Lernen “bei dem der Lehrende und der Lernende ausschließlich oder überwiegend räumlich getrennt sind”. Damit grenzt sich diese Art der Bildung ab vom Direktunterricht oder auch dem Selbststudium, denn bei Fernkursen ist immer eine pädagogische Begleitung gegeben und es findet eine Lernerfolgskontrolle statt.
Fernkurse können von großer Bedeutung für die persönliche Zukunft sein. Zu den erklärten Zielen von Fernunterrichtsinstituten gehören berufliche Qualifikationen und Weiterbildungen, Berufsabschlüsse und Bildungsabschlüsse. Renommierte Institute tragen der Tatsache Rechnung, dass heute vielfach der Wunsch, aber auch die Notwendigkeit nach Weiterbildung erfüllt werden muss, ohne dass der eigentliche Broterwerb aktuell aufgegeben werden kann oder soll. Wichtig dabei ist, dass derjenige/diejenige, der/die sich für die Teilnahme an einem Fernlehrgang entscheidet, selbst bestimmen kann, wann, wie und wo er/sie lernt. Dabei wird grundsätzlich eine umfassende Begleitung durch einen Lerncoach und ein Team erfahrener Fernstudienlehrer angeboten. Unter ca. 200 Kursageboten pro größerer Fernkurseinrichtung kann man wählen. Nicht zur Diskussion stehen hier Einrichtungen, die nur mit einem oder wenigen Inhalten einen Fernkurs anbieten.
Typische Elemente eines Fernkurses
Dazu gehören die gedruckten Lehrhefte, die auf dem Postweg versendet werden, Lerneinheiten auf Audio oder Video Basis und Trainingseinheiten, die Online ablaufen (Web Based Trainings) oder per Datenträger übermittelt werden (Computer Based Trainings). Der Lernende selbst ist verpflichtet, seinen Lernfortschritt durch das Erledigen und Einsenden (per Post oder Mail) von Aufgaben zu dokumentieren. Ergänzt werden kann das Fernkursangebot durch Seminare meist ohne, gelegentlich mit Präsenzpflicht und E-Learnings.
Seit wann gibt es Fernkurse? Wer nimmt daran teil?
Fernkurse mit staatlich anerkannten Abschlüssen gibt es seit kurz nach Kriegsende 1948. Jährlich ca. 55000 Teilnehmer durchlaufen Fernlehrgänge heutzutage. Fernlehrgänge unterliegen in Deutschland aufgrund des Fernunterrichtsschutzgesetzes einer Zulassungspflicht. Leistungsnachweise sind entweder staatlich anerkannt, von der Bundesagentur für Arbeit gefördert oder nach bestimmten ISO oder PAS Normen zertifiziert. Moderne Methoden wie E-Learning ( so kann man bei einem Anbieter z.B. den mit dem Fraunhofer Institut gemeinsam entwickelten Online Campus wavelearn nutzen)und neueste Didaktik wird von ausgebildeten Fachkräften angewandt, um den Fernkursteilnehmern/Teilnehmerinnen in überschaubaren Lernschritten neueste Berufskonzepte zu vermitteln. Selbstverständlich werden die Lernkonzepte auch multimedial gesteuert. In speziell eingerichteten Chat Rooms kann man an Live Gesprächen zu verschiedenen relevanten Themen teilnehmen, man kann sich in Foren (allgemeine oder kursbezogene) austauschen und trotz der Distanz eines Fernlehrgangs Menschen, Mitlernende wie Lehrer näher kennen lernen. Vor allem aber ist der fachliche Austausch mit Mitlernenden von unbeschreiblichem Vorteil, denn dadurch kann man Lerngruppen bilden, die sich gemeinsam mit Problemen beschäftigen oder auf Prüfungen vorbereiten. Arbeiten, die erstellt werden müssen können sofort online per Email verschickt werden, die Kommunikationsebene, über die man auch sonst Kontakt zum Fachlehrer oder Berater aufnehmen kann. Um wavelearn nutzen zu können benötigt man einen Internetanschluss, die Anforderungen an das Betriebssystem und den Browser sind nicht groß.
Da es der Fernlehrgangsanbieter in erster Linie mit dem erwachsenen Lerner zu tun hat, stehen die Erfolgsgarantie, sowie die Flexibilität bei fachlichen, organisatorischen und finanziellen Fragen ganz besonders im Focus. Neben den 4 Wochen kostenfreiem Lehrgangstest stehen die persönliche Fachberatung und Studienbetreuung, die garantiert werden, oben an.
Meist verfügen renommierte Fernlehrgangsanbieter über ein starkes Netzwerk mit Unternehmen, Schulen, der Industrie- und Handelskammer, Forschungseinrichtungen, Zweigen der Wirtschaft und der Bildung im Allgemeinen, die dafür sorgen, dass die angebotenen Fernlehrgänge nationale und internationale Anerkennung finden.
Manch Anbieter hat dazu noch Serviceleistungen in seinem Programm, die eine Jobgarantie insoweit enthalten, als nach Ausbildungsende Stellenangebote bzgl. der neu erworbenen Fähigkeiten gemacht werden. Ergänzend dazu können Bewerbungstrainings vermittelt werden und ein professioneller Check der Bewerbungsunterlagen erfolgen.
Viele der angebotenen Kurse werden mit dem Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit gefördert, die 100% der Kosten übernimmt. Dies trifft auf ca. 60% aller Kurse zu. Dieser Gutschein ist bei der jeweiligen Arbeitsagentur am Wohnort des/der Interessenten/Interessentin zu beantragen.
Über alle Studienangebote kann man sich letztlich zuerst einmal im Internet informieren, sich Materialien mit weitergehenden Informationen herunterladen oder bestellen. Auf diese Art und Weise erhält man dann auch Informationen zu den Kursgebühren. Vor allem ergibt erst die Recherche im Internet einen Überblick über die Vielzahl von Kursen und Fernlehrgänge, die durchaus nicht bei allen Anbietern gleich sind. Deshalb ist es günstig, wenn man erst einmal das Internet dazu nutzt, sich erste Eindrücke über die geforderten Qualifikationen, aber auch die möglichen Perspektiven und die Abschlussarten zu machen. Möglicherweise entdeckt man dabei einen Kurs, an den man so evtl. gar nicht gedacht hatte oder über dessen Perspektiven man wenig wusste.
Fernlehrgänge können durch das Fernunterrichtsschutzgesetz von 1977, das eine strenge Prüfung der Anforderungen an eine(n) Lehrgangsteilnehmer/in voraussetzt, so dass auch ohne Bedenken eine Erfolgsgarantie ausgesprochen werden kann, zertifiziert sein. Darin unterscheiden sich Fernkursanbieter oftmals. Nur Hobbykurse, die der Freizeitgestaltung dienen, benötigen keine Zulassungen und erhalten auch keine staatlichen Zertifizierungsnummern.
Schaut man auf eine Statistik über die am häufigsten belegten Fernlehrgänge, so stellt sich ein Fernstudium in IT oder Informatik als am begehrtesten dar.
Ausbildungslänge
Ein Fernlehrgang kann wie schon gesagt zunächst einmal für vier Wochen zur Probe belegt werden. Entscheidet man sich für den Kurs, dauert er durchschnittlich 6-24 Monate, wenn man einen wöchentlichen Arbeitsaufwand von ca. 8-15 Stunden ansetzt. Ohne Probleme kann man die Regelstudienzeit eines Kurses ein halbes Jahr kostenfrei überschreiten.
Eines vor allem ist von ganz individuellem Vorteil: Einen Fernlehrgang kann man, ausgerichtet an den eigenen zeitlichen Erfordernissen, jeder Zeit beginnen. Das ist ganz anders als bei anderen öffentlichen oder privaten Ausbildungseinrichtungen.
Der Fernkursteilnehmer/die Fernkursteilnehmerin erhält umfangreiches Unterrichtsmaterial gestellt und muss dafür Sorge tragen, dass ein ans Internet angeschlossener Windows Computer vorhanden ist.
Hat man einen Kurs erfolgreich absolviert, erhält man ein Lehrgangszertifikat/Zeugnis. Die Prüfungen können zusätzlich noch durch meist freiwillige Seminarbesuche vorbereitet werden, die manchmal je nach Ausbildungsgang eine regelrechte Prüfungssimulation ermöglichen.
Welche Qualifikationen kann man erwerben?
Natürlich sind die Qualifiaktionen von Fernlehrgang zu Fernlehrgang verschieden. Was jeweils gilt, erfährt man bei der Beschreibung des jeweiligen Fernlehrgangs, für den man sich interessiert. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass 5 unterschiedliche Abschlüsse am Ende eines Fernlehrgangs stehen können.
Da ist zum einen das Zeugnis des Ferninstituts. Es bescheinigt die richtige Lösung der gestellten Aufgabe und die erzielte Note.
Zum zweiten kann man ein Zertifikat erwerben, das zum Ausdruck bringt, dass man zusätzlich noch an einem Kompaktseminar mit abschließender schriftlicher Prüfung teilgenommen hat oder eine schriftliche Hausaufgabe angefertigt hat. (’geprüfte/r…”
Zum Dritten kann man dieses Zertifikat auch als international anerkanntes Certificate bekommen, Kenntnisse und Benotungen erfolgen nach international anerkanntem Standard. Man wird so für international tätige Unternehmen vergleichbarer.
Viertens gibt es staatliche und öffentlich-rechtliche Prüfungen. Das sind Schulabschlüsse, staatliche Technikerprüfungen oder IHK Prüfungen.
Fünftens gibt es Zertifikatsabschlüsse mit renommierten Partnerinstituten. So sind darunter SAP, die Deutsche Direktmarketing Akademie, die BSA-Akademie u.a. Gemeinsam mit diesen Partnern werden die Zeugnisse ausgegeben.
Die Vorteile liegen also auf der Hand: Neben der Tatsache, die Ausbildung neben dem Beruf machen zu können, sprechen die qualifizierten Abschlüsse, aber auch die Tatsache, alles individuell den Bedürfnissen und Möglichkeiten anzupassen, eine entscheidende Rolle. Das Lernen nach neuesten lerntheoretischen Methodenkenntnissen, gezielte Prüfungsvorbereitungen, der Kontakt mit Menschen in fachlich gleicher Lernsituation sind Faktoren, die für das Fernkursangebot sprechen.
Zusätzlich muss jeder selbst, aber mit Hilfe der Berater, seine individuellen finanziellen Fördermöglichkeiten prüfen. Neben der Arbeitsagentur sind das auch Bafög, Bildungsschecks, Begabtenförderung oder einfach die Steuer, die diese zusätzliche, ergänzende berufliche Qualifikation abschreibbar macht.
Linkempfehlung:
Informationen zu Bildung und Karriere finden Sie auf Elbsenf.de
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