Ein Studium ist nicht altersgebunden – grundsätzlich darf jeder mit einer Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland studieren.
Allerdings sind die Seniorenstudenten und Seniorenstudentinnen an Präsenzuniversitäten nicht immer gerne gesehen, denn es kursiert das Gerücht, dass Studierende am Ende ihres Berufslebens den jungen Leuten, die für die Ausübung eines Berufes ein Studium absolvieren, die Studienplätze wegnehmen würden. Im Falle eines Fernstudiums gibt es diese Bedenken nicht, denn ein Fernstudium ist, anders als ein Präsenzstudium, nicht so stark an die Kapazitäten von Hörsälen, Seminaren und Dozenten gebunden.
Unabhängig von physischer Präsenz
Ein Studium ist im Alter nicht unbedingt einfach. Körperliche Gebrechen mögen die Anwesenheit im Hörsaal erschweren, der Gang zur Bibliothek kann beschwerlich sein, und Zeitdruck zwischen Arzt- und Gymnastikterminen, Universitätsveranstaltungen und der Bewältigung des Alltags verlangt Seniorenstudenten einiges ab. Bei einem Fernstudium entfällt der Druck. Studiert wird da, wo es gefällt, und vor allem dann, wenn es zeitlich passt. Das kann abends um sieben im Bett sein, aber auch nachmittags um vier in der Hängematte im Garten. Ein Fernstudium erfordert keine Präsenz im Hörsaal, und die Studienmaterialien müssen nicht in der Bibliothek zusammengesucht werden, sondern kommen per Post oder Internet nach Hause. Der gewohnte Tagesablauf wird nicht wegen Dozentensprechstunden, Klausuren oder Vorlesungen unterbrochen, sondern das Studium wird in den Alltag passend integriert. Das erleichtert das Lernen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Geistig fit
Ein Studium im Alter kann einen Lebenstraum erfüllen. Philosophie studieren, eine Fremdsprache erlernen, Kulturwissenschaften studieren oder schlicht noch einmal einen neuen Beruf erlernen – das trauen sich viele Menschen während der Erwerbstätigkeit einfach nicht zu. Arbeiten, Geld verdienen und die Familie gehen vor, und erst im Alter hat man Zeit für sich selbst. Das ist verständlich, und da Menschen im Rentenalter körperlich und geistig fit sind, steht einem Studium zum Selbstzweck nichts im Wege. Im Gegenteil: Die Lebenserfahrung und die geistige Reife von Menschen über 50 können ein Studium erleichtern.
Ein Neuanfang
Nicht jedes Studium dient allein der persönlichen Weiterbildung. Fernstudiengänge sind oft genug zielgerichtet, wenn sie sich an junge Leute, Berufstätige und Bildungswillige wenden. Ein Fernstudium kann den Weg in einen neuen Beruf ebnen, kann eine Umschulung ersetzen und den Schritt in die Selbständigkeit ermöglichen. Und das ist gerade für Menschen ab 50 interessant, denn das Rentenalter wird immer weiter nach hinten verschoben, und es ist eine Seltenheit, dass Berufstätige ein Leben lang für die gleiche Firma oder auch nur die gleiche Branche arbeiten. Aus diesem Grund ist das sogenannte lebenslange Lernen als Schlagwort in den Medien präsent und wird von der Politik gefordert: Beständige Weiterbildung ermöglicht Flexibilität im Beruf, ein Leben lang.